Es gibt Züchter, die Perserkatzen mit der tiefliegenden Nase, die ja auch zu gesundheitlichen Problemen führen kann (bzw. die Kopfform), ablehnen und daher sich auf die Zucht von Perserkatzen mit Nase verlegt haben. In den USA werden diese Perserkatzen auch Traditionelle Perser, Klassische Perser, Puppengesicht Perser oder auch Old-Style Langhaar bzw. Old fashioned Perser genannt.

Perser mit Nase – ohne Nase – es ist nicht nur die Optik

Sie stehen optisch im Gegensatz zur peke-face bzw. Flachnasigen Perser (auch ultra-type). Anders als diese haben sie aber keine Probleme mit tränenden Augen oder mit dem Atmen. Allerdings ist die besondere Form der Nase bei der Perserkatze ja im Rassestandard so vorgeschrieben. Züchter, die auf die Perserkatze mit Nase setzen, halten sich demnach nicht an den Rassestandard.

Perserkatzen hatten früher schon eine Nase

Da die kurznasige Züchtung ja eine Entwicklung der letzten Jahrzehnte ist und die ursprüngliche Perserkatze, wie sie zum Beispiel auf der ersten Katzenausstellung im Jahr 1871 in London zu sehen war, nicht zu flachnasig war, ist der Name Traditionelle Perserkatze natürlich gut gewählt. Es gibt Bilder aus dem 19. Jahrhundert, die eben zeigen, dass die Perser in ihren Anfangsjahren durchaus eine Nase hatte.

Züchter der Perserkatze mit Nase nehmen daher häufig für sich in Anspruch die ursprüngliche Rasse zu züchten.

Die extreme runde Ausprägung des Kopfes, die tiefliegende Nase (daher auch die Aufteilung in Perserkatze mit Nase und Perser ohne Nase) hat während des Zweiten Weltkrieges in den USA ihre Anhänger gefunden. Die brachyzephalische Mutation muss wohl 1942 mit in die Perserkatzenrasse gekommen sein, danach konzentrierte man sich auch auf die Züchtung von runden Köpfen und kleinen Ohren.

Da Brachyzephalie aber zu gesundheitlichen Problem führen, gibt es einige Züchter, die am persischen Rassestandard vorbeizüchten. Dabei geht es nicht nur um das Problem mit der Nase, sondern auch darum, wieder eine bestimmte Farbe zu erreichen, so gab es früher Perserkatzen, die auch als Chinchilla bezeichnet wurden. Dieses Merkmal verschwand wohl mit dem Aufkommen des runden Kopfes.

Es gibt Versuche, die traditionelle Perserkatze ebenso zum Rassestandard zu erheben.

Geschichte der Perserkatzen mit Nase

Die Geschichte der Perserkatze mit Nase lässt sich grob in den Zeitraum vor 2010 und nach 2010 aufteilen.

Perserkatze mit Nase bis 2010

  • Sterling, bei der TICA (International Cat Association), Februar 1994 bis September 1995, ab 1998 bei der ICE (International Cat Exhibitors).
  • Chinchilla Longhair bei der South African Cat Council (SACC), seit 2010 mehr Infos Chinchilla Longhair.
  • Traditionelle Langhaar, WCF (World Cat Federation). Traditionelle Langhaar

Sterling

Leider gibt es bei der Bezeichnung Sterling einige Verwirrung, denn der Name wird auch außerhalb der TICA verwendet. So wurde der Name Sterling innerhalb der TICA für deinige American Shorthair Katzen verwendet, die ein besonders schönes silbernes Fell und grüne Augen haben. Katzen dieser Art hatten nicht nur die besondere Fellfarbe, sondern es war auch kürzer. Die Festlegung auf die silberne Farbe fiel dann wohl weg und seit 1979 werden Katzen dieses Typs (kürzeres Fell) als Exotic Shorthair bezeichnet.

Dann gibt es noch Englisch Sterling als neue Rasse. Solche Katzen wurden auf der 13. Jahrestagung der TICA im Jahr 1992 von Jeanne Johnson präsentiert. Später wurde diese Rasse nur unter der Bezeichnung Sterling in der Kategorie 1 der TICA (etablierte Rassen) aufgenommen. Allerdings behielt die Katze diesen Status nur 18 Monate lang, dann wurde sie wieder gestrichen. Um in dieser Kategorie bleiben zu können, muss wohl auch ein Interesse an Züchtern vorhanden sein, dass wohl damals nicht gegeben war.

Dieser Rückschlag ließ aber Jeanne Johnson nicht aufgeben und so machte sie mit Sterling auch außerhalb der TICA weiter und erhielt mit ihren Katzen dann 1998 bei der ICS den Meisterschaftsstatus. Aber auch hier fehlte das Interesse. Frau Johnson verstarb dann im Jahr 2006, mit ihr wohl auch das breitere Interesse an der Sterling Rasse. Und ohne ihre Unterstützung ging die Rasse dann unter.

Chinchilla Longhair

In Südafrika war es die Katzenzüchterin Stella Slabber, die dafür sorgte, dass die Chinchilla Longhair vom dortigen Katzenverband anerkannt wurde. Die Norm Chinchilla Longhair mit dem Zuchtcode CHL wurde von der SACC im Jahr 1996 angenommen. Auch diese Katzen haben ein silbernes Fell.

Der WCF nahm dann 2010 einen Standard für die Traditional Longhair an. Dieser gilt für Silber und goldfarbene Varianten beim Fell. Insgesamt gab es wohl sogar einen Sponsor, und zwar Nestle Purina, denn Katzen dieses Typs waren wohl auch in der Werbung zu sehen. Und zwar nicht nur 2010 und nicht nur auf bewegten Bilder. Teilweise wurde mit einer weißen Perserkatze mit Nase Werbung für Purina Gourmet Gold gemacht. Hier ein Video als Beispiel:

Nach 2010

2010 war der Traditional Longhair Standard bei der World Cat Federaction (WCF) mit den Farbvarietäten Gold und Silber an den Start gegangen, 2012 wurde der Standard auf Perser mit Nase aller Farben ausgeweitet.

Allerdings änderte die WCF 2014 den Namen dann von Traditional Longhair in Original Longhair um.

Es gibt Versuche, den Rassestandard auch außerhalb des WCF anerkennen zu lassen. Das ist nicht nur mit Aufwand verbunden, es wird auch einige Jahre dauern.

Was gibt es noch über die Perserkatze mti Nase?

Auch die Perserkatze mit Nase hat einen massiven Kopf im Verhältnis zum übrigen Körper. Auch bei dieser Katzenrasse ist der Kopf rund und breit, die Ohren sind klein und abgerundet. Insgesamt ähneln sich die beiden Katzenrassen eben sehr, auch vom Fell und darin, dass dieses nicht gerade pflegeleicht ist.

Mit Nase in den James Bond geschafft

Vom Typ Perserkatze mit Nase, ist auch die Katze, die in James Bond 007 – Man lebt nur zweimal zu sehen ist. Sie sitzt auf dem Schoß von Filmbösewicht Ernst Stravro Blonfeld.