Die Perserkatze ist eine der ältesten Katzenrassen überhaupt. Ihren Anfang nahm die Zucht, so wie wir sie heute kennen, dann Anfang der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England.
So war die Perser – bzw. einer ihrer Urahnen – auf der ersten Katzenausstellung 1871 in London zu sehen. Von England aus schaffte die Perser in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts auch den Sprung über den großen Teich in die USA.

Lange hat man angenommen, dass man mit Hilfe von Langhaarkatzen aus Nahost züchtete. Gentests widerlegendes aber. Denn die Genforschung konnte keine Verwandtschaft mit asiatischen Linien (zum Beispiel der Angorakatze) feststellen. Es konnten aber genetische Übereinstimmungen mit langhaarigen Hauskatzen aus Russland nachgewiesen werden. Dennoch beruft sich die Geschichte der Perserkatze immer wieder auf die Herkunft aus dem Iran, auch wenn die Gentests dagegen sprechen.

Einer wissenschaftlichen Studie zufolge, die 2014 auf dem 10. Weltkongress für angewandte Genetik in der Nutztierproduktion (WCGALP) in Vancouver (Kanada) vorgestellt wurde, geht man wohl nun davon aus, dass die Perserkatze eine Zufalls-Züchtung aus Exemplaren der russischen Hauskatze war. Es wurden Langhaarkatzen zunächst ohne Rücksicht auf ihre Herkunft miteinander verpaart, jedoch nicht mit Kurzhaar, da man fürchtete, dieses könne in späteren Generationen wieder durchschlagen.

Dennoch haben die Perser ihren Namen weg. Allerdings etablierte sich der Name erst mit Gründung der ersten Zuchtvereine (GCCF und WCF) und deren erstmaligen Zuchtstandards zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bis dahin wurde für langhaarige Katzen der Begriff Angorakatze genutzt.

Erste Perserkatzen

Einige Katzenrassen haben sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Auch die Perserkatze ist heute nicht mehr so, wie sie zum Anfang ihrer Zucht gewesen ist. So ähnelte die Perserkatze Anfang des 20. Jahrhunderts vom Typ her einer Angorakatze. Mit der Zeit wurde dann der Zuchtstandard immer wieder verändert. Die Perserkatze wurde kleiner und runder. Auch das Gesicht veränderte sich und das Fell wurde im Laufe der Zeit ebenfalls immer üppiger mit immer mehr Unterwolle. Auch das heutige Gesicht bzw. die Kopfform mit der extremen Stupsnase (Peke-Face, Brachyzephalie) ist ein Ergebnis dieser Änderungen im Laufe der Jahre). Die ersten Perserkatzen sahen also noch ganz anders aus. Züchter der Perserkatze mit Nase nehmen für sich in Anspruch optisch näher an dieser ersten Katze zu sein, zumindest vom Aussehen.

Gen-Mutationen 1882 und 1942 verändern die Perserkatze

Zwei Gen Mutationen im Laufe der Zuchtgeschichte der Perser haben dieser ihre heutige Note bzw. ihr Aussehen gegeben. Zum einen das Farbgen, das wohl um das Jahr 1882 hineingezüchtet wurde und für das Chinchilla-Fell verantwortlich ist und das andere war die Mutation, die um das Jahr 1942 für die runde Kopfform und das sogeannte peke-faced ohne Nase gesorgt hat. Für das Farb-Gen war eine Katze namens Chinnie verantwortlich, deren Nachkommen diese Mutation zeigten. Chinchilla wurde dies genannt, da wohl das Fell doch sehr an dieses Nagetier erinnert. Die brachyzephalische Mutation kam während des Zweiten Weltkrieges in den USA auf. Danach konzentrierten sich Züchter mehr und mehr auf runde Köpfe und kleine Ohren. Die Brachyzephalie führt leider zu gesundheitlichen Problemen (Atmung, tränende Augen etc.). Siehe auch Gesundheit Perserkatze.

Auch wenn sich die Perserkatze sehr verändert hat im Laufe der Jahrzehnte und fast Jahrhunderte, so war sie auch früher schon eine Katze mit einem kurzen Gesicht. Allerdings hatten die Perser früher deutlich längere Nasen als heute.

Die Cat Fanciers Association (CFA), eine US-amerikanische Organisation für Katzenzucht gab 2015 an, dass die Perserkatze auf Platz zwei der beliebtesten Katzenrassen der USA stehen würde – gleich hinter der Exotic Shorthair. Diese Beliebtheit liegt längst nicht nur an ihrem Aussehen, sondern auch am Wesen und Charakter der Perserkatze.